Ein Interview mit Lea Dückershoff
Mit dem Aufstieg in die Regionalliga haben die Damen des TV Gerthe den größten Erfolg der Vereinsgeschichte bei uns im Frauenbasketball erreicht. Für Lea Dückershoff ist dieser Moment etwas ganz Besonderes: Sie ist ein echtes Gerther Eigengewächs, Spielerin unseres Damen1-Teams und war auch schon als Trainerin im Nachwuchs bei uns aktiv. Sie ist groß im Verein geworden, als Basketball noch deutlich kleinere Dimensionen im Verein hatte.
Wir haben mit Lea insbesondere über ihre ganz persönliche Reise durch zehn Jahre Damenbasketball und Ihre Jugendzeit beim TV Gerthe gesprochen.
Lea, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die Regionalliga! Wie fühlt sich das an?
Danke! Es ist immer noch schwer zu glauben. Wir haben nicht nur eine herausragende Saison gespielt, sondern sind auch als Team nochmal enger zusammengerückt. Gerade in engen Spielen haben wir gezeigt, was uns ausmacht: Zusammenhalt, Kampfgeist und die Fähigkeit, füreinander einzustehen. Dass wir mit einem Gerther Damenteam einmal den Aufstieg in die Regionalliga schaffen würden, hätte ich vor ein paar Jahren wahrscheinlich selbst nicht geglaubt. Umso schöner ist es, diesen Erfolg jetzt gemeinsam feiern zu können.
Du bist seit vielen Jahren Teil des Vereins. Wie hat alles für dich begonnen?
Als ich angefangen habe, sah der Mädchen- und Damenbasketball in Gerthe noch ganz anders aus. Bis zur U14 habe ich in gemischten Teams mit Jungs gespielt. Danach gab es für viele Mädchen oft nur zwei Möglichkeiten: aufhören oder den Verein wechseln.
Trotzdem hatten wir eine tolle Gruppe von Mädchen, die unbedingt weiterspielen wollte. 2012 haben wir gesagt: Es reicht, wir wollen als Team zusammenbleiben. Viele Spielerinnen aus dieser Zeit haben später noch jahrelang zusammen gespielt – bis in den Seniorenbereich hinein.
Wie würdest du die Entwicklung im Damenbereich seitdem beschreiben?
Wenn ich heute auf den Verein schaue, ist das kaum wiederzuerkennen. Wir haben inzwischen zwei Damenmannschaften, spielen mit den Damen 1 in der Regionalliga und haben weibliche Teams von der U10 bis zur U18. Mittlerweile sind über 170 Mädchen und Frauen bei uns aktiv. Mädchen können heute von klein auf in eigenen Teams spielen und müssen nicht mehr überlegen, ob sie irgendwann aufhören oder wechseln müssen. Das ist eine Entwicklung, auf die der ganze Verein stolz sein kann.
Gab es einen Moment, an dem ihr gemerkt habt: Jetzt entwickelt sich wirklich etwas?
Definitiv. Ein wichtiger Schritt war der Aufbau der ersten weiblichen Jugendteams. Mit der U13 kam damals Stefan Wachholz dazu und hat mit unglaublich viel Herzblut den Mädchenbereich vorangetrieben. Jahr für Jahr kamen neue Teams hinzu, weitere Trainerinnen und Trainer wurden gewonnen und neue Projekte entstanden.
Besonders stolz bin ich auf Formate wie die Gerthe Girls Days oder den Gerthe Girls Cup. Das sind Veranstaltungen, die weit über Basketball hinausgehen und für viele Mädchen Freundschaften, Gemeinschaft und tolle Erinnerungen schaffen.
Und wie ging es für dich persönlich weiter?
2016 wurde dann erstmals eine Damenmannschaft für die Bezirksliga gemeldet. Wir waren ein sehr junges Team, einige Spielerinnen brauchten sogar noch eine ärztliche Erlaubnis, um überhaupt im Seniorenbereich spielen zu dürfen. Der Kader war klein, aber wir hatten einen festen Kern und ein super Teamgefühl.
Danach ging es Schritt für Schritt nach oben. Über die Landesliga, durch die Corona-Zeit mit virtuellen Teamabenden und Challenges, bis hin zum nächsten großen Umbruch 2022. Mit Heiko Skiba als Trainer und einigen neuen Spielerinnen haben wir sportlich nochmal einen großen Schritt gemacht. Der Aufstieg in die Oberliga war der Anfang einer Entwicklung, die jetzt im Aufstieg in die Regionalliga ihren bisherigen Höhepunkt gefunden hat.
Was macht euer Team heute aus?
Wir sind über die Jahre wirklich zusammengewachsen. Aus vielen talentierten Spielerinnen mit unterschiedlichen Hintergründen ist ein echtes Team geworden. Neue Spielerinnen wurden immer schnell aufgenommen und Teil der Mannschaft.
Und natürlich gehören dazu auch die Dinge neben dem Basketball: gemeinsame Fahrten, legendäre Teamabende, lustige Trainings und die weniger lustigen Laufeinheiten an der Halde. Genau diese Momente sorgen dafür, dass aus Mitspielerinnen Freundinnen werden.
Der Aufstieg ist ein weiterer Meilenstein. Was bedeutet er dir persönlich?
Sehr viel. Ich bin unglaublich dankbar, von Anfang an Teil dieser Entwicklung gewesen zu sein und gemeinsam mit dem Team erwachsen geworden zu sein. Ich habe hier viele Freundschaften fürs Leben gefunden, tolle Trainerinnen und Trainer kennengelernt und unzählige Erinnerungen gesammelt.
Aus zehn Jahren Damenbasketball habe ich auf jeden Fall genug Fotos und Videos für eine stundenlange Slideshow – oder um die ein oder andere Mitspielerin zu erpressen, je nachdem, was gerade gebraucht wird.
Was wünschst du dir für die Zukunft des Damenbasketballs in Gerthe?
Ich wünsche mir, dass wir diesen Weg weitergehen und der Mädchen- und Damenbasketball noch sichtbarer wird. Wir haben eine tolle Gemeinschaft, engagierte Menschen im Hintergrund und sportlich eine sehr spannende Entwicklung genommen.
Natürlich wünsche ich mir auch, dass wir weiterhin so viel Unterstützung bekommen. Unsere Herren haben da eine ziemlich hohe Messlatte gesetzt, aber ich finde, wir haben uns den Support inzwischen auch verdient. Wer einmal bei unseren Spielen war, weiß, dass guter Basketball und Stimmung garantiert sind.
Zum Abschluss: Dein Motto für die nächsten Jahre?
Auf die nächsten zehn Jahre Damenbasketball beim TV Gerthe – und auf viele weitere gemeinsame Erinnerungen. Gerthe Girls, let’s go!





