Herren 3

Dritte stürzt den Tabellenführer und würfelt den Aufstieg einmal kräftig durch

20. April 2026

Was für ein Sonntagabend im Profina Dome. Um 18 Uhr bat unsere Dritte zum Tanz, und als Tabellenfünfter kam niemand Geringeres als der Spitzenreiter TSG Dortmund-Schüren vorbei. Die Ausgangslage vor dem Sprungball hatte bereits reichlich Pfeffer: Die ersten vier Teams der Liga stehen punktgleich vorne, teilweise trennt die Mannschaften nicht einmal mehr etwas bei der Punktedifferenz. Kurz gesagt: Das Aufstiegsrennen Richtung Landesliga ist enger geschnürt als manch alte Kniebandage am Montagmorgen. Und mittendrin wir. Mit der Chance, das Rennen noch einmal komplett auf links zu drehen.

Denn schon vor dem Sprungball war klar: Diese Bezirksliga hat in diesem Jahr ein echtes Finale verdient. Und weil unser Gegner als Tabellenführer anreiste, war schnell klar, dass dieses Spiel nicht nur für uns Bedeutung hatte. Eintracht Dortmund hatte es sich bei uns gemütlich gemacht und sorgte ordentlich für Stimmung. Der Auftrag war klar: Bitte einmal Schützenhilfe aus Gerthe. Und unsere Jungs dachten sich offenbar: Na gut, wenn schon Sonntagabend, dann bitte direkt mit Drama, Wendungen und maximalem Unterhaltungswert.

Unsere Jungs legten los wie die Feuerwehr. Nach fünf Minuten führten wir bereits mit 12:3 und hatten früh gezeigt, dass wir an diesem Abend nicht als freundlicher Gastgeber eingeplant waren. Vor allem Luca hatte seinen Distanzwurf wieder bestens justiert und ließ die Gäste direkt spüren, dass im Profina Dome nicht nur die Linien, sondern auch die Dreier heiß laufen können. Überhaupt fanden unsere Würfe in der Anfangsphase zuverlässig den Weg in die Reuse, während wir defensiv mit einer stabilen Zone die Räume gut dicht machten.

Doch ein Tabellenführer kommt natürlich nicht für einen netten Sonntagsausflug vorbei. Schüren arbeitete sich nach und nach besser in die Partie, traf vor allem von außen immer sicherer und nutzte jede Gelegenheit, um den Rückstand zu verkürzen. Weil der Weg in die Zone für die Gäste über weite Strecken eher einer Sackgasse glich, versuchten sie es vermehrt über den Dreipunktewurf. So entwickelte sich schon früh ein Spiel, das niemanden auf den Sitzen ließ.

Das erste Viertel ging mit 19:14 an uns, ehe das zweite Viertel deutlich umkämpfter wurde. Schüren verteidigte aggressiver, wir mussten uns viele Punkte nun härter erarbeiten und konnten den ganz großen Rhythmus aus den ersten Minuten nicht komplett konservieren. Trotzdem hielten wir ordentlich dagegen und gingen mit einer knappen 28:26-Führung in die Halbzeit. Da war längst klar: Hier wird heute nichts verschenkt, hier wird jeder Punkt einzeln aus dem Beton geschlagen.

Auch im dritten Viertel blieb die Partie eng, intensiv und schwer berechenbar. Die Gäste kamen jetzt noch besser zu ihren Abschlüssen und entschieden den Abschnitt mit 20:15 für sich. Damit lagen wir vor dem letzten Viertel mit 43:46 zurück. Doch gerade in solchen Phasen zeigte unsere Dritte in dieser Saison immer wieder Charakter. Es wurde nicht gehadert, nicht gewunken, nicht gerechnet, sondern weiter verteidigt, gearbeitet und an die eigene Chance geglaubt.

Das Schlussviertel hatte dann endgültig alles, was ein enges Spitzenspiel braucht. Wir starteten mit Rückstand, kamen aber immer wieder stark zum Korb und erzwangen wichtige Punkte. Kaum hatten wir uns ein wenig Luft verschafft, legten die Gäste wieder nach. Wirklich wegziehen konnte sich niemand. Mitte des Viertels lagen wir plötzlich mit vier Punkten hinten, drehten dann aber noch einmal auf, bekamen wieder Zugriff aufs Spiel und waren 20 Sekunden vor Schluss mit zwei Punkten in Führung. Doch Schüren antwortete noch einmal und glich unter dem Korb aus. Verlängerung. Die Halle stand. Und wahrscheinlich hatten einige in diesem Moment schon mehr Puls als beim letzten Arztbesuch.

Die Overtime begann aus unserer Sicht zunächst alles andere als ideal. Wir kassierten direkt fünf Punkte und liefen wieder hinterher. Aber genau da zeigte die Mannschaft noch einmal, warum sie diese Saison so viel Spaß gemacht hat. Wir gaben nicht auf, verteidigten wieder bissiger, sicherten die Rebounds und blieben im Kopf klar. Dann kam die Phase von Ricardo Klein. Erst traf er gut eine Minute vor Schluss einen ganz wichtigen Dreier zur 71:69-Führung. Danach glichen die Gäste erneut aus, doch Ricardo hatte noch einen Pfeil im Köcher: 31 Sekunden vor Ende nahm er Maß, jagte den Ball durch das Brett mitten ins Glück. Kein Gemälde, eher rohe Basketballpoesie. Schüren bekam noch den letzten Angriff, doch unsere Defensive stand, wir verteidigten das mit letzter Kraft sauber zu Ende und dann war Schluss. 71:69. Sieg. Profina Dome glücklich. Tabellenlage maximal unter Strom.

Dass am Ende Ricardo die letzten großen Szenen hatte, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das wieder ein echter Mannschaftssieg war. Luca Stachowiak lieferte mit 21 Punkten die nächste starke Vorstellung ab und schraubte mit sieben verwandelten Dreiern weiter an seinem Ruf als freundlichster Albtraum aller gegnerischen Verteidigungen. Damit hat er sich auch die Krone der besten Dreierschützen der Liga gesichert: 67 Treffer insgesamt, im Schnitt 3,4 pro Spiel. Zahlen, bei denen selbst die ersten NBA-Scouts langsam das Navi Richtung Gerthe einstellen dürften. Ricardo legte 16 Punkte nach, Philipp 14 und Maxim 8. Dazu machte auch der Rest der Truppe einen starken Job, ob auf dem Feld, in der Defensive, beim Rebound oder in den kleinen Szenen, die in keiner Schlagzeile landen, aber Spiele gewinnen helfen. Auch Nico und Bugday machten einen starken Job, und so war auf unsere Jugend in diesem Spiel ebenfalls wieder Verlass. Das war schon über die ganze Saison hinweg ein starkes Zeichen.

Mit nun 13 Siegen steht unsere Dritte als Aufsteiger aus der Kreisliga auf einem richtig starken fünften Platz. Damit dürfen wir mehr als zufrieden sein. Klar, ein paar unnötige Patzer gegen Gegner, gegen die man eigentlich nicht stolpern muss, waren auch dabei. Sonst hätten wir in der Tabelle womöglich selbst noch ganz anders mitgemischt. Aber genau das gehört eben auch zu einer Entwicklung dazu. Entscheidend ist: Die Mischung aus jungen Spielern, frischer Energie, Erfahrung und guter Stimmung hat in dieser Saison richtig gut funktioniert. Und dass wir sogar den Tabellenführer schlagen und das Aufstiegsrennen noch einmal herrlich durcheinanderwirbeln, passt da irgendwie perfekt ins Bild.

Wir bedanken uns schon jetzt für eure Unterstützung, euer Engagement und die gute Stimmung über die gesamte Saison. Es hat richtig Spaß gemacht. Jetzt freuen wir uns schon auf die neue Spielzeit und auf alles, was da kommt.

Bis dahin wünschen wir euch eine schöne Sommerpause.

Und noch ein kleiner Hinweis zum Schluss: Auch wir werden voraussichtlich ein Tryout machen. Die Termine dazu geben wir rechtzeitig auf unserer Instagram-Seite bekannt.

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