TV Gerthe zeigt Moral und dreht schwaches Spiel gegen Kinderhaus spät
Zum Auftakt des Jahres 2026 empfingen die Gertherinnen den Gast aus Kinderhaus zum insgesamt dritten Duell gegen den Verfolger aus Münster. Dieses vorgezogene Spiel des 20. Spieltags hätte kaum ungünstiger terminiert sein können: Der TV Gerthe ohne Training, nicht in der eigenen Halle spielend, ein halber Kader krank oder gerade erst aus dem Urlaub zurück. Doch auch der Gegner aus Münster reiste mit ähnlichen Problemen und lediglich fünf Spielerinnen an. So wie sich diese Vorzeichen lasen, so entwickelte sich auch das Spiel.
Die Münsteranerinnen stellten sich früh in eine Zonenverteidigung, gegen die die Gastgeberinnen kaum ein Mittel fanden. Viele Würfe verfehlten ihr Ziel, zudem mangelte es an defensiver Konsequenz und der nötigen Entschlossenheit, den Widrigkeiten entgegenzutreten. Der Gast spielte befreit auf und gewann das erste Viertel verdient mit 14:12.
Auch im zweiten Viertel wurde das Spiel des TV Gerthe nicht besser. Fahrkarte um Fahrkarte wurde geworfen, das Spiel zog sich in die Länge und endete folgerichtig mit einem 29:29 zur Halbzeitpause.
Trainer Heiko Skiba zog ein ehrliches Fazit:
„Wir haben nicht ins Spiel gefunden, keinen Wurf getroffen und defensiv unser Mindset nicht gefunden. Das Beste zur Halbzeit war tatsächlich der Spielstand.“
Für die zweite Halbzeit – insbesondere für den Start ins dritte Viertel – hatten sich die Gastgeberinnen viel vorgenommen, liefen jedoch zunächst in einen 0:11-Lauf und sahen sich bei noch 13 Minuten auf der Uhr einem 29:40-Rückstand gegenüber. Erst zum Ende des dritten Viertels konnte der TV Gerthe auf 34:43 verkürzen und wusste, dass es ein überragendes Schlussviertel für die Wende benötigen würde.
Angeführt von einer nun stark aufspielenden Linda Wagner, die allein im Schlussviertel 11 Punkte erzielte, kämpften sich die Gastgeberinnen auf 40:45 heran. Nach einem Dreier der Gäste stand es jedoch wieder 40:48 bei nur noch sieben Minuten Restspielzeit. Dann folgte endlich der ersehnte Lauf: Zwei Dreier von Nadine Hauwe und ein insgesamt 12:0-Run drehten die Partie. Mit 52:48 ging es in die letzte Minute, am Ende stand ein hart erkämpfter 55:52-Sieg gegen eine tapfer kämpfende und gut spielende Mannschaft aus Kinderhaus.
Heiko Skiba abschließend:
„Das war kein gutes Spiel von uns – wahrscheinlich das schlechteste der Saison. Aber wir haben einen Weg gefunden, es am Ende zu gewinnen. Ein dickes Kompliment an meine Mannschaft, die in der entscheidenden Phase da war und das Spiel an sich gerissen hat. Nun gilt der Fokus endlich wieder dem Training und dem Hinrundenabschluss beim letztjährigen Meister, dem UBC Münster.“
