Eine überwiegend gute Saison endete aufgrund der Pandemie für unsere Damen bereits nach sechzehn Spielen. Zeit ein erstes Résumé zu ziehen.

Vor der Saison dezimierte sich der Kader, da Judith, Cara und Julia das Team verließen. Auf der Gegenseite stießen von den Astrostars Angelina Gerdt und Lara Volkenrath aus der eigenen Jugend zu uns. So machten sich unsere neun Gertherinnen im Sommer auf die zunächst schweißtreibende Reise, die zweite Landesligasaison zu beschreiten.

Der WBV strukturierte im Vorfeld der Saison die Ligen neu. Daher waren uns lediglich die Astrostars aus der Vorsaison bekannt und im Zuge dessen herrschte im Vorfeld zumindest bei mir die Unkenntnis darüber, wo man im Ligavergleich stehen würde und die Vorfreude darauf, ebendies herauszufinden.

Weiterhin stellten wir das jüngste und kleinste Team der Liga, was sich im Laufe der Saison wie zu erwarten auf das Training und die Spiele auswirken sollte.

Das Pokalspiel eine Woche vor Saisonbeginn verlor man denkbar knapp im letzten Angriff gegen den Ligakonkurrenten Wulfen, die sensationell zumindest theoretisch immer noch Wettbewerb im verweilen. Die ersten zwei Auswärtsspiele der Saison verloren wir knapp und vermeidbar gegen den späteren Aufsteiger Ruhpottbaskets Herne und der SCA Ochtrup.

Weil wir auch das zweite Spiel der Saison gegen Wulfen deutlich verloren, ging es mit der Hypothek von null Punkten aus drei Partien in die Herbstpause.

Den erhofften Befreiungsschlag gab es dann in Gelsenkirchen, bei der CSG Bulmke und wir feierten den ersten Sieg der Saison. Die folgenden zwei Spiele verliefen dann paradox. Gegen die bis dato sieglose Eintracht Erle verspielten wir eine verhältnismäßige sichere Führung, nur um dann beim Tabellenführer des siebten Spieltags, der BG Dorsten, mit nur sechs Spielerinnen die Sensation zu schaffen und die Punkte aus der Lippestadt zu entführen.

Im den anschließenden zwei Spielen gab es eine deutliche Niederlage und ebenso ungefährdeten Sieg gegen die Nachbarn der Astrostars und die Drittvertretung der Citybaskets aus Recklinghausen.

Beim folgenden Spiel im Wettstreit zu den zu diesem Zeitpunkt an der Tabellenführung thronenden Hernerinnen verloren wir leide nicht nur die Partie. Die dort vorgefallene Kreuzbandverletzung von Lea traf das Team bis in das Mark.

Weihnachten, Neujahr. Zeit Luft zu holen. 2020 begann für uns gerade in der Rückschau mit einem kanppen und wichtigen Sieg gegen Waltrop, der gleichzeitig den Hinrundenabschluss bedeutete. Die Rückrunde startete gegen die Spitzenteams der Ruhrpottbaskets aus Herne und mit der dritten Partie gegen Wulfen. Herne und Wulfen hatten ihr Leistungsniveau im Vergleich zum Saisonbeginn deutlich stabilisieren können und beenden die Saison völlig verdient an der Spitze der Tabelle. Beide Partien verloren wir deutlich und führten noch einmal vor Augen, welchen Anteil Lea zuvor zu unserm Spiel beigetragen hat.

Schön zu sehen, welche Kräfte der Verein auch unter der Saison mobilisieren kann. Durch gute Trainingsleistungen empfahlen sich die Jugendspielerinnen Patricia Pultar und Lara Rutetzki für einen ersten Einsatz in der Landesliga. Mit der Jugendtrainerin Janina Buschmann konnten wir sogar eine erfahrene Spielerin aus den eigen Reihen für uns gewinnen.

Dies sollte sich direkt am darauf stattfindenden Spieltag in Zählbares ummünzen lassen. Der deutliche Sieg im Heimspiel gegen Ochtrup sicherte uns nicht nur zwei Punkte, sondern auch den direkten Vergleich gegen den abschließenden Tabellennachbarn und folglich den siebten Tabellenrang.

Die letzten Spiele hätten unterschiedlich nicht verlaufen können. Gegen Erle verloren wir kraftlos nicht nur die Partie deutlich – drei der sechs Spielerinnen waren zuvor bei der U 18 im Einsatz – sondern leider auch Vanessa durch eine Verletzung. Dafür entschädigten mich die Spielerinnen durch eine fantastische Leistung gegen Dorsten im letzten Spiel der Saison. Analog zum Hinspiel konnten wir mit nur sechs Spielerinnen die Partie beschreiten. Diese sechs ließen ihr Herz aber komplett auf dem Parkett und kämpften die BG aus Dorsten regelrecht nieder und errangen den sechsten Saisonsieg.

Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, dass dies das letzte Spiel der Saison gewesen sein soll und wir befanden uns auf dem siebten Tabellenplatz. Richtigerweise reagierte der Verband und beendete angesichts der virologischen Gefahr die Saison. Es gibt eine – wie ich empfinde – sportlich faire Lösung, wie der auf und Abstieg für die kommende Saison geregelt sein wird. (Link unten für weitere Informationen)

Angesichts unserer Tabellensituation betrifft das das Team allerdings nicht, womit wir uns nach den jetzigen notwendigen Schutzmaßnahmen hoffentlich schnellstmöglich gemeinsam auf die kommende Saison in der Landesliga vorbereiten können.

Wie eingangs erwähnt stellten wir das jüngste und kleinste Team der Liga. Entsprechend sahen auch die Spiele unseres Teams aus. Anfällig waren wir gegen große, robuste Spielerinnen in Brettnähe. Immer wieder erfolgreich durch eine laufintensive Pressverteideigung. Unsere Geschwindigkeitsvorteile wurden häufig durch tiefe Zonenverteidigungen der gegnerischen Mannschaften auszugleichen versucht, so dass wir häufig von unseren Distanzwürfen lebten oder mit ihnen fielen. Auch war offensichtlich, dass wir gegen andere Teams in engen Partien das ein oder andere Mal den Kürzeren zogen.

Ebendiese Spiele sind es aber nicht, die mir negativ in Erinnerung bleiben werden. Gegen die deutlichen Niederlagen haben wir uns als Team noch zu wenig gestemmt. Unsere Damen sind da einfach zu gute Basketballerinnen, als dass das akzeptabel war.

Nichtsdestotrotz muss ich hier vor allem hervorheben, was dieses kleine Team – in diesem Fall meine ich die wenigen Spielerinnen – geleistet hat. Obwohl Training im 5 vs. 5 fast nie möglich war und sich dadurch Trainingsinhalte wiederholen mussten, konnte ich mich zu jeder Zeit auf sie und ihre Bereitschaft, alles für den Sport und das Team in die Waagschale zu werfen, verlassen. Das ist egal ob und jung oder alt keine Selbstverständlichkeit und war der Schlüssel dafür, dass wir Gutes als TV Gerthe diese Saison vollbracht haben. Viel Pathos eines zutiefst voreingenommen Trainers, aber eben auch meine Wahrnehmung dieser Zeit.

Die positive Kehrseite dieser Medaille ist natürlich, dass sich hier in Gerthe viele Spielerinnen früh in verantwortungsvoller Rolle im Basketball beweisen können, wohingegen sie in erfahreneren Teams häufig nur kleinere Rollen einnehmen müssten. Das wird natürlich, obwohl es unseren Spielerinnen natürlich noch nicht offenkundig sein kann, ihnen allen einen Vorsprung im Vergleich mit ihren gleichaltrigen Spielerinnen liefern.

Mit Freude habe ich die Entwicklung und Leistung unserer älteren Jugendteams wahrgenommen und bin mir sicher, dass uns aus diesem Pool weitere Spielerinnen unterstützen werden. Sie treffen, wie zuvor erwähnt, auf eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich durch Leistungswillen, Fleiß und Charakter jetzt in der zweiten Saison bei mir bewährt hat. An diesem Standard wird sich jede Spielerin messen müssen, was aber vielmehr ein Ansporn als Bürde sein sollte. Ebenso sind nach Trainingsbeginn natürlich auch Spielerinnen von außerhab herzlich eingeladen, zu uns zu stoßen.

Jetzt bleibt mir noch, euch allen eine frohe und vor allem gesunde Sommerpause zu wünschen. Nehmt bitte die Schutzmaßnahmen im Sinne von euch sowie euren Bekannten und Verwandten wahr und verhaltet euch entsprechend.Meinen herzlichsten Dank möchte ich allen aussprechen, die momentan für das Funktionieren unserer Gesellschaft - in der Gesundheitsversorgung, Supermärkte etc. - sorgen. 

 

Im Einsatz waren: Lara Volkenrath, Ilka Leißnig, Anrica Zielke, Vivien Strohbach, Lea Dückershoff, Lena Leißnig, Vanessa Grischkewitz, Svenja Gerdemann, Angelina Gerdt, Janina Buschmann, Patricia Pultar, Lara Rutetzki

 

Ps. https://wbv-online.de/amtliches/2883-beendigung-des-spielbetriebes-in-allen-wbv-jugendligen-und-wbv-seniorenligen#

Pps. Mir ist nicht komplett klar, inwieweit ich im letzten Abschnitt irgendwelche Grenzen, Politik in Vereinen verbreiten zu dürfen, überschritten habe. Von daher möchte ich noch einmal expilzit darauf hinweisen, dass das meine Privatmeinung war. Wohlbewusst, dass ich vermutlich mit meiner Meinung den Konsens des Vereins widerspiegel, möchte ich diesen doch nicht für meine Darstellung reklamieren.

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