Vor der Saison 19/20 gab es eine große Änderung. Ich, Jannis Domek übernahm den Trainerposten von Judith Hopf, welche mir fortan als Co-Trainerin mit Rat und Tat zur Seite stand. Mit neuer Trainerkonstellation gab es für alle viel Neues und Ungewisses.

Was wird von mir als Spieler erwartet? Wie ist der Typ, der sich Trainer nennt, überhaupt drauf? Was verändert sich im Training? Dieselben Fragen stellte ich mir natürlich auch. Gleichzeitig sahen Judith und ich aber die Chance durch die Umstellung frischen Wind in die U18 zu bringen.

Ich traf auf eine bunt gemischte Mannschaft aus Schnelligkeit, Größe, Kämperinnen, Motivatoren und Tratschtanten. Einige Gesichter waren mir bereits bekannt, andere weniger. In die Mannschaft kehrten nach einjährigem Auslandaufenthalt Fabi Beyer und Lara Volkenrath zurück, während Neele Siegert aufgrund einer Operation zwangspausieren musste. Verstärkt wurden wir dann noch durch die U16er Delila Ceranic, Julia Lubosik, Jana Roth, Tanja Sommerfeld und Romina Wachholz.

Bereits vor der Saison hatten wir unter den Trainern der U18W, Damen 1 und 2 einen fließenden Übergang abgesprochen, sodass die Mädels möglichst viele Spiele absolvieren und erste Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln können. Die Jugendoberliga bestand nämlich aus lediglich sieben Teams. Bei den wenigen Teams war die Saison von langen Pausen geprägt und folglich nur von wenigen Spielen, in denen wir unser Können beweisen konnten.

Trotz der vielen Veränderungen gingen wir mit hohen Erwartungen in die Saison. Allerdings mussten wir gleich im ersten Saisonspiel gegen BG Dorsten auf Schlüsselspieler verzichten, die parallel für unsere Damen 1 antraten. Mit stark dezimiertem Kader wurden wir übel aus der Halle gefegt. Auch die kommenden Spiele gegen BC Leopoldshöhe und Eintracht Erle verloren wir mit zwei knappen Ergebnissen.

Es folgte das Derby bei die Bochumer Astrostars - ein Kellerduell. Mit gleich zwei Overtimes, vielen Fouls und Unstimmigkeiten am Anschreibetisch, ging das Spiel nach hartem Kampf verloren. Die Motivation war im Keller und wir waren weiterhin die rote Laterne der Liga.

Das nächste Spiel gegen den TVE Dortmund Barop sollte dann den Tiefpunkt der Saison markieren. Kampflos ließen wir uns vorführen. - 62 Punkte. Kein schönes Ergebnis, um in die Winterpause zu gehen.

In der Winterpause setzten Judith und ich uns zusammen, um zu reflektieren, wo es hakte. Sieglos in das neue Jahr zu starten, hatten weder die Mädels, noch wir Trainer erwartet. Zeit für Veränderung. Der Trainingsauftakt im neuen Jahr klappte. Die besprochenen Brennpunkte wurden strukturiert angegangen, Probleme ausgesprochen und Verantwortlichkeiten im Team bestimmt. Jetzt hieß es, aus dem Tief heraus zu kommen, sich Mut zu erarbeiten und mit guten Trainingseinheiten und Einsatz, den Spaß am Basketball wieder zu finden.

Mit dem neuen Jahr stieß auch die WNBL-erfahrende Lara Rutetzki zu uns, welche sich schnell in das Team integrierte. Nach der Winterpause spielten wir unmittelbar gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter TVE Dortmund Barop 2, welcher seiner Spitzenreiterrolle gerecht wurde. Dennoch zeigten wir uns befreiter und spielten über die vollen 40 Minuten mit vollem Einsatz. Trotz dieser Niederlage war die Stimmung im Team eine Andere. Die Trainingseinheiten wurden intensiver und wir immer besser. Ein Sieg war definitiv überfällig.

Mutig starteten wir dann in heimischer Halle gegen BG Dorsten, wo wir uns zum Saisonauftakt eine böse Klatsche abgeholt hatten. Die Mannschaft, die wir zu Beginn der Saison waren, stand nun allerdings als Team dar. Auf dem Feld unterstützte man sich gegenseitig, kommunizierte miteinander bei Unstimmigkeiten und wurde lautstark von der Bank angefeuert. Mit dieser Einstellung entschieden wir in einem Krimi das Spiel mit +2 Punkten für uns – der erste Saisonsieg, viel Erleichterung und ein riesiger Motivationskick.

Auch wenn wir das darauffolgende Spiel gegen BC Leopoldshöhe verloren ging, waren wir nun in Bestform, um uns für die knappe Hinspielniederlage gegen die Astrostars zu revanchieren. In Saisonbestform servierten wir die Stadtrivalen mit 67:36 ab, gewannen damit den direkten Vergleich und gaben die rote Laterne ab.

Umso enttäuschender, dass ausgerechnet in dieser Phase die Saison ein abruptes Ende fand. Gesundheit geht vor! Wir als Trainer stehen vollkommen hinter der Entscheidung des WBV und loben auch das vergleichsweise frühe Handeln des Verbandes. Aber natürlich bedauern wir diesen abrupten Stopp, wo wir gerade den Rhythmus gefunden hatten mit einer gesunden Atmosphäre aus Fortschritt und Spaß.

Somit beenden wir die eriegnisreiche und prägende Saison auf dem vorletzten Tabellenplatz. Judith und ich sind uns einig, dass man diese Saison nicht anhand der Tabelle bewerten sollte, sondern anhand der Lernkurve, welche die Mädels hinter sich haben. Denn diese spricht eine ganz andere Sprache!

Corona bedeutet für uns aber nicht auf der Couch chillen und zwischen Tiefkühl-Pizza und Chips zu versinken. Mit wöchentlichen Videokonferenzen, Laufchallenges und Home-Workouts fordern wir uns gegenseitig und bleiben fit. Dem Beachbody 2020 steht nichts im Weg! So trainiert zwar jeder alleine, aber wir haben ein gemeinsames Ziel. Zusammenhalt sollte jeder in dieser Zeit spüren!

Auch wenn diese Saison nicht den erwarteten Erfolg bracht, sehen Judith und ich viel Positives: In der Saison haben wir gelernt uns auf unsere Stärken zu verlassen, dass Verantwortung übernehmen siegentscheident ist, und dass mit Einsatz, Mut und Durchhaltevermögen auch das größte Saisontief überwunden werden kann!

Zu guter Letzt möchten wir einen großen Dank an Claudia und Dörte aussprechen, die uns jederzeit tatkräftig unterstützt haben.

Judith und ich glauben, dass der Grundstein für eine erfolgreiche nächste Saison gelegt ist. Wir sind gespannt und freuen uns jetzt schon! 

Im Einsatz waren: Alena Ljustaku, Anrica Zielke, Dalila Poloczek, Dana Chmielewski, Delila Ceranic, Dzeneta Ceranic, Fabi Beyer, Jana Roth, Julia Lubosik, Lara Rutetzki, Lara-Sophie Volkenrath, Lena Leißnig, Marie Mattheus, Neele Siegert, Rahel Schwarz, Romina Wachholz, Tanja Sommerfeld

 

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